Kapitel 45
Kapitel 45: Arias Sicht
Ich sah zu und dachte, vielleicht hat das, was sie ihr gegeben hatten, nicht gewirkt. Ich betete zur Mondgöttin, dass das, was sie ihr injiziert hatten, nicht funktionierte. Erst als ich sie schreien hörte, gefror mir das Blut in den Adern, kälter als Eis. Ich spürte, wie das Blut aus meinem Gesicht wich und Galle in meiner Kehle aufstieg. Und als ob das nicht genug wäre, rollten sie sie herein, damit wir ihren gequälten Schreien lauschen konnten. Sie sah mich panisch an, ihre Angst strahlte aus jeder Pore ihres Körpers, sodass der Raum von ihrem Geruch erfüllt war. Sie krümmte sich keuchend vor Schmerzen, während eine Schmerzwelle nach der anderen sie durchfuhr.
„Lily, konzentriere dich auf mich, Baby, konzentriere dich auf meine Stimme“, rief ich ihr zu, und Tränen liefen mir in Strömen über die Wangen. Ich sah zu, wie sie die Türen schlossen und sie vor Schmerzen schreiend zurückließen. Sie saßen auf der anderen Seite der Glasscheibe, Notizblöcke in der Hand, und kritzelten den ganzen Mist, den sie gerade schrieben, darauf. Lily sah mich an, ihre Augen flehten mich an, den Schmerz zu beenden. In diesem Moment hörte ich, wie ihre Knochen anfingen zu knacken und sich zu bewegen, sich zu verwandeln, ihre Augen wechselten die Farbe, halb blau, halb gelb.