Kapitel 6 Zufällige Begegnung
Als Su Yankia die Sprache auf dem Bildschirm sah, hoben sich seine Pausbäckchen und er lächelte schwach. Dann sprang er gelassen von seinem Gepäck, steckte die Hände in die Taschen und ging zum Ausgang des Flughafens. Mit Babystimme befahl er: „Mama, lass uns gehen!“
Su Meng schleppte ihr Gepäck, folgte ihm und bedeutete dem verblüfften Zhang Xiaoyun, sich zu bewegen. „Xiaoyun, komm schon.“
Als sie den klimatisierten Wagen erreicht hatten, kam Zhang Xiaoyun, der von den Programmierkenntnissen des vierjährigen Kindes schockiert war, endlich wieder in die Realität zurück und sah neugierig zu Su Yankai, die neben Su Meng saß. „Miss Su, ist Ihr Kind wirklich vier?“
Das war nicht das erste Mal, dass Su Meng diese Frage gestellt bekam. Sie schnappte sich eine Wasserflasche, gab sie dem kleinen Kai und antwortete: „Das stimmt. Es ist nur so, dass mein Liebling Kai Kai einen ungewöhnlich hohen 1Q und erstaunliche Lernfähigkeiten hat. Er hat es ein halbes Jahr lang von unserem Nachbarn gelernt, der selbst Programmierer ist, aber das sind nur einfache Sachen.“ Sie hatte nicht die ganze Wahrheit gesagt.
Der IQ ihres Sohnes lag bei 250. Mit sechs Monaten hatte er bereits sprechen gelernt und hatte ein außergewöhnliches Erinnerungsvermögen. Mit vier Jahren konnte er nicht nur programmieren, er besuchte auch High-School-Kurse und konnte sechs Sprachen sprechen. Das Programmieren hatte ihm keiner seiner Nachbarn beigebracht, sondern er hatte es sich selbst beigebracht.
Sie hatte sich nie gewünscht, dass ihr Sohn etwas Besonderes sein würde. Sie wollte nur, dass er glücklich und gesund aufwächst. Wenn sie also jemand nach ihm fragte, sagte sie nie die Wahrheit.
Zhang Xiaoyun wollte mit dem kleinen Kai Kai spielen, also holte sie ein Marshmallow-Bonbon heraus und gab es ihm. „Kleiner Kai Kai, ich bin Tante Xiaoyun.“
Zu ihrer Überraschung drehte der kleine Kai Kai sein Gesicht in die andere Richtung, ignorierte sie und vergrub seinen Kopf in Su Mengs Umarmung. Su Meng lächelte Xiaoyun verlegen an und erklärte: „Er ist schüchtern gegenüber Fremden.“
Zhang Xiaoyun akzeptierte ihre Erklärung sofort und fand sogar, dass Su Mengs Sohn ein sehr cooler Junge war. Während der gesamten Fahrt versuchte sie, Su Meng mehr über Little Kai Kai zu erfahren.
Su Meng wollte ihr antworten , aber sie hatte Angst, dass ihr Sohn verärgert sein würde. Daher behauptete sie: „Mein Liebling ist zu schüchtern. Wir können ein anderes Mal darüber reden.“
Zhang Xiaoyun nickte ein paar Mal. Ihr Sohn war einfach zu interessant.
Nachdem sie Su Meng und ihren Sohn zur vom Arbeitgeber bereitgestellten Wohnung begleitet und zur Firma zurückgekehrt war, schickte Zhang Xiaoyun schnell eine Nachricht an die WeChat-Gruppe der Firma, dass Su Meng einen genialen Sohn habe.
Obwohl die Dutzenden Mitarbeiter der VG-Niederlassung in Hai City Su Meng noch nicht kennengelernt haben, sind die Neuigkeiten über ihren genialen Sohn bereits bekannt.
In der Zwischenzeit hatte Su Meng in ihrer Wohnung bereits alles aufgeräumt und den Anruf von Yuan Xinlei erhalten. „Meng Meng, Baby! Ist mein Patensohn schon in der Stadt Hai? Ich kann es kaum erwarten, ihn zu sehen!“
Su Meng lächelte, als sie Yuan Xinleis aufgeregte Stimme hörte. „Ja, ja. Er ist hier. Du bist so herzlos! Du denkst nur daran, deinen Patensohn zu sehen, aber nicht an mich!“
Yuan Xinlei wurde ganz aufgeregt und küsste das Telefon auf der anderen Seite. „Es ist über ein Jahr her, seit ich dich das letzte Mal gesehen habe. Ich habe euch so sehr vermisst ! Ich muss jetzt zu einem Meeting und kann deshalb nicht reden. Lass uns heute Abend einkaufen und im Einkaufszentrum zu Abend essen.“ „Dann geh. Wir treffen uns später.“
Su Meng wusste, dass Yuan Xinlei als derzeitige Geschäftsführerin des Familienunternehmens sehr beschäftigt war, und hielt sie deshalb nicht auf. Der kleine Kai Kai wollte eigentlich seine Daten auf seinen Laptop übertragen und dort speichern und wollte deshalb gar nicht rausgehen. Doch unter Su Mengs Überredungskünsten und dem Versprechen eines neuen Apple Mac-Laptops wurde er schließlich zur Tür hinausgezerrt.
Nachdem sie aus dem Auto gestiegen waren, sah Su Meng den verärgerten kleinen Kai Kai an, packte ihn und küsste ihn fest auf die Wange. „Hey, mein kleiner Liebling, hat Mama dir nicht schon versprochen, dass ich dir einen Laptop kaufe? Warum bist du immer noch unglücklich?“
Obwohl er einen IQ von 250 hatte, war er immer noch ein Kind. Der kleine Kai Kai sah sie mit einem gekränkten Gesichtsausdruck an und antwortete: „Mama, es ist zu heiß.“
Hai City hatte den Höhepunkt des Sommers erreicht und es waren derzeit 38 Grad draußen. Jeder, der nach draußen ging, war sofort schweißgebadet, ganz zu schweigen von dem kleinen Kai Kai, der die Hitze noch nie gut vertragen hatte.
Kaum hatte der kleine Kai Kai die Straße betreten, tropften ihm an den Seiten bereits Schweißtropfen aus den Haaren.
Su Meng blickte auf seine geröteten Wangen und ihr Herz begann zu schmerzen. Ohne sich darum zu kümmern, was andere dachten, hob sie ihn hoch und rannte zum Eingang des Einkaufszentrums.
Bevor sie ihn absetzen konnte, stürzte jemand hervor und stieß mit ihr zusammen. Der kleine Kai Kai flog ihr fast aus den Armen. Su Meng erbleichte augenblicklich und schützte den kleinen Kai schnell vor dem Aufprall.
Zu ihrer Bestürzung war die Frau, die sie angefahren hatte, die erste, die sich beschwerte. „Waren deine Augen überhaupt offen?! Du hast gerade meine Tasche kaputt gemacht!“, sagte Su Meng mit einer ihr bekannt vorkommenden Stimme. Sie hob den Kopf und sah die Frau an. War das nicht ihre gute alte Mitbewohnerin aus der Uni? Li Liyun?