Kapitel 7 Verheiratete Frau
Lana träumte davon, dass ihre Tochter in die wohlhabende Familie Ellis einheiratete, und hoffte, dass Michelle das weibliche Oberhaupt des Haushalts werden würde.
Aber Michelle hatte Fruchtbarkeitsprobleme, also setzte Lana ihre Hoffnungen darauf, dass Alicia ein Kind bekam, und plante, sie später durch Michelle zu ersetzen.
Michelle wurde ungeduldig. „Es sind drei Jahre vergangen und Alicia ist nicht schwanger. Vielleicht kann sie keine Kinder bekommen?“
Sie kritisierte Alicia, obwohl sie vor ähnlichen Herausforderungen stand.
„Sie ist wertlos. Ich habe meine Zweifel, dass Erick mit ihr intim war.“
Lana ließ sich neben dem Bett nieder und deckte ihre Tochter sanft mit einer kuscheligen Decke zu. „Drei Jahre und Alicia hat Ericks Herz noch immer nicht erobert. Warum machst du dir Gedanken um sie? Sie ist genauso wie ihre ahnungslose Mutter. Du bist meine Tochter. Du bist besser als sie.“
Michelle fühlte sich beruhigt.
Warum machte sie sich solche Sorgen?
Sie brauchte nur zu warten. Erick würde sie abholen kommen, ganz gleich, welcher Tag es war.
Erick wusste nicht, was seit seinem Weggang passiert war.
Als er merkte, dass es spät wurde, stieg er widerwillig in sein Auto und fuhr zurück nach Southbush.
Er hatte Alicia viel Zeit gegeben. Er dachte, sie sollte inzwischen wissen, wie sie sich bei ihm entschuldigen konnte.
Er ging ins Wohnzimmer und reichte dem Zimmermädchen seinen Anzug, dann begann er, seine Manschetten aufzuknöpfen, während er nach oben ging. Als er das Zimmer betrat, in dem er und Alicia gestritten hatten, bemerkte er, dass es leer war.
Die Pille auf dem Couchtisch fiel ihm ins Auge.
Stirnrunzelnd rief er: „Wo ist sie?“
Das Zimmermädchen, das ihm gerade mitgeteilt hatte, dass Michelle unten sei, antwortete leise: „Mrs. Ellis ist gegangen.“
So spät in der Nacht abgereist?
Das war ungewöhnlich.
Ericks Unbehagen wuchs. Sein Stirnrunzeln vertiefte sich, als er fragte: „Wo ist sie hin?“
„Ich bin nicht sicher. Sie hat deinen Ferrari genommen.“
Unglaublich!
Erick seufzte ungläubig, holte sein Telefon heraus und überprüfte den Standortverlauf des Ferrari.
Die Entdeckung von Alicias Ziel verfinsterte seinen Gesichtsausdruck noch mehr.
***
Über der Menge flackerten die Lichter der Tanzfläche. Alicia lehnte sich in die Umarmung des jungen Mannes und spürte, wie sich die Welt um sie herum drehte.
Sie fühlte sich schwach und verließ sich auf seine Unterstützung. Überrascht starrte sie an.
Sie stach aus der Menge hervor und war eine auffällige Erscheinung.
Niemand hätte vermutet, dass diese bezaubernde Frau über drei Jahre lang einem Mann treu zur Seite gestanden hatte, der sie kaum eines zweiten Blickes würdigte.
Alicias Kopf begann sich von dem Drink zu drehen , den sie gerade zu sich genommen hatte. Alles um sie herum schien zu verschwimmen. Benommen streckte sie die Hand aus und streichelte das Gesicht des jungen Mannes.
„E, Erick …“
Tief in ihrem Inneren wusste Alicia, dass sie jeden täuschen konnte, aber nicht sich selbst. Ihre einseitige Liebe zu Erick war nichts, was sie einfach abschalten konnte.
Sie hatte immer noch Gefühle für ihn.
Unter Alkoholeinfluss wurde es noch schwieriger, diese Gefühle zu verbergen.
Sie blickte auf, und ihr Gesicht kam dem des jungen Mannes näher …
Doch plötzlich verlor sie das Gleichgewicht. Mit einem erschrockenen Schrei fiel sie einem anderen Mann in die Arme, eingehüllt in einen Geruch, der ihr seltsam vertraut vorkam.
Als sie aufblickte, erkannte sie das Gesicht vor sich.
Im Vergleich zu dem Mann, mit dem sie gerade noch zusammen war, schien dieser viel attraktiver.
Erick sah vielleicht genervt aus, aber er war unbestreitbar attraktiv.
„Du…“, begann sie, aber bevor sie den Satz beenden konnte, zog Erick sie in eine Ecke.
Trotz des anhaltenden Lärms um sie herum hatte Erick einen finsteren und ernsten Gesichtsausdruck.
Er führte sie in eine abgelegene Ecke und drückte sie an die Wand, wobei er ihre Handgelenke fest im Griff hatte. Sein intensiver Blick schien sie zu durchbohren. „Du bist ganz schön mutig, nicht wahr? So spät noch hier draußen und verhältst dich so kokett. Hast du vergessen, dass du eine verheiratete Frau bist?“