Kapitel 19 Du solltest besser klar denken
Draußen vor dem Fenster war das Mondlicht so hell wie Wasser, und die Abendbrise wehte sanft und brachte einen Hauch von Kühle mit sich. Raymond roch vage den schwachen Duft der traditionellen chinesischen Medizin, der vom Körper des Mädchens ausging, und seine Gedanken wanderten unwillkürlich zu dieser Nacht vor sieben Jahren zurück, während in seinem Herzen komplexe Gefühle aufstiegen.
Diese Frau trug tatsächlich sein Kind und verließ es so viele Jahre lang stillschweigend! Wenn die Kinder nicht die Initiative ergriffen hätten, ihn zu finden, hätte er das Geheimnis vielleicht nie erfahren. Natürlich hatte er Grund, wütend zu sein, aber als er daran dachte, was sie durchgemacht hatte, empfand er ein unerklärliches Mitleid in seinem Herzen.
„Raymond.“ Lilys Stimme klang sanft, als könnte sie die Nacht durchdringen und direkt zu seinem Herzen dringen. Sie wusste, dass er nicht eingeschlafen war.